Am Anfang ging die Heilbronner Feuerwehr von einem Standardeinsatz aus. Bei Heilbronn-Biberach brannten gestern Mittag abgeerntete Stoppelfelder. Durch den starken Wind wurde der Standardeinsatz zu einem Großeinsatz. Doch das war erst der Anfang mehrer Einsätze, die die gesamte Heilbronner Feuerwehr bis in den Abend beschäftigten.
Es war etwa 13:50, als mehrere Anrufer den Notruf wählten und eine riesige Rauchwolke über Heilbronn-Biberach meldeten. Kurz nach der Autobahnbrücke brannten rechts der Unterlandstraße (Im Förstle) mehrere Stoppeläcker mit einer geschätzten Gesamtfläche von schätzungsweise 20 Fußballfeldern, berichtet die Heilbronner Feuerwehr. Durch den starken Wind breitete sich das Feuer aber rasch aus. Mehrere Einsatzkräfte beschreiben eine Ausbreitung mit 20-30 km/h. Dies führte zu einem schnellen Übergreifen auf weitere Äcker und zu einem Gesamtalarm für den Kompletten Stadtkreis. Landwirte mit Traktoren unterstützten die Feuerwehr mit Grubbern und Wasserfässern. Um 15:21 konnte die Feuerwehr dann vermelden, dass sie das Feuer unter Kontrolle hat. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis um etwa 17 Uhr. Unterstützt wurde die Heilbronner Wehr von Kräften aus Neckarsulm, Bad Friedrichshall und Untereisesheim.
Kurz darauf, um 17:16 Uhr, wurde die Feuerwehr nach Böckingen alarmiert. Im Bereich Böcklerstraße/Saarlandstraße brannte ein Stoppelacker. Der Brand drohte sich schnell Richtung Wohngebiet auszudehnen.
Drei Minuten später wurde ein weiterer Brand zwischen Heilbronn-Frankenbach und Leingarten gemeldet. Schnell stellte sich heraus, dass auf Leingartener Markung in der Nähe des Umspannwerks Felder mit einer Fläche von ungefähr 11 Hektar brannten. Hier war auch die Heilbronner Feuerwehr im Einsatz, gemeinsam mit den Wehren aus Leingarten, Schwaigern, Bad Rappenau und Ellbachtal.
„Das war definitiv kein Daily Business für uns“, sagt Frank Zimmermann, der stellvertretende Kommandant der Berufsfeuerwehr Heilbronn im Interview mit Radio Ton. „Wir gingen erst von einem Standardeinsatz aus, dann wurde die Lage schnell unübersichtlich.“ Laut Zimmermann wurde wurde bei den Bränden glücklicherweise niemand ernsthaft verletzt. Zwei Feuerwehrleute kamen zur Kontrolle ins Krankenhaus, einer mit Verdacht auf eine leichte Rauchgasvergiftung, eine weitere Feuerwehrfrau hatte aufgrund der hohen Außentemperaturen mit Kreislaufproblemen zu kämpfen.
Es gab im Südwesten gestern noch weitere Flächenbrände: In Frauenzimmern brannte ein 4 Hektar großes Weizenfeld. In Malsch im Kreis Karlsruhe waren es ein abgeerntetes Feld sowie ein noch bestelltes Weizenfeld. Die Brandursache ist jeweils noch unklar.